Paris/Marseille 2024: Neue Klassen, mehr Mixed Teams, Kartelle und Chaos

Beim Mid-Year-Meeting von World-Sailing (WS, Ex-ISAF, Ex-IYRU) in London sorgte zunächst der Präsident Kim Andersen mit seiner Rede zu den Segeldisziplinen für Paris/Marseille 2024 höchstselbst für Chaos. Warum reicht er seinen Vorschlag so spät ein ? Warum wir der Antrag zunächst abgelehnt und erst durch eine von ihm einberufene "ad hoc"-Kommission angenommen ? Will er Geld durch Trendsportarten und mixed-Teams generieren ?

 

Durchgesetzt hat sich schließlich der Rumänische Segel-Verband mit einem Kompromiss:

 

Kielboote und Match-Racing wird es weiter nicht geben;

 

Im Programm bleiben (vorbehaltlich des  Kartellrechts und der konkreten Ausrüstung bei den Lasern) sind:

 

Laser St.

Laser Ra.

49er

49erFX

Nacra 17

 

Neu hinzu kommen (vorbehaltlich des Kartellrechts und der konkreten Ausrüstung):

 

Windsurfen (m) mit neuen Boards

Windsurfen (w) mit neuen Boards

Kiten (m + w) als Team-Wertung

Einmann- Jolle (ggf. Finn + Frauen-Jolle (Moth ?) in Team-Wertung

Zweimann-Jolle (mixed-470er)

 

Finn, 470er und Windsurfer (wenn auch in abgeänderter Form) scheinen „gerettet“ zu sein. Aber es bleiben sehr viele Fragen offen. Darüber will WS bei seiner Jahreshauptversammlung im Herbst entscheiden. Offen ist auch, ob der IOC dem folgt, denn statt der erlaubten 10 Disziplinen sind es nun versteckt 12. Der sicher nett gemeinte Kompromiss ist eine Mogelpackung.

 

Davon zu unterscheiden ist das Kartellrecht. Die Klassen könnten dieses Problem allerdings selbst lösen.

Auch von der angekündigten Transparenz von WS beim Mid-Year-Meeting ist kaum etwas übrig geblieben: Die Abstimmung sollte eigentlich live übertragen und Stimmverteilung von den ursprünglich 56 Anträgen veröffentlich werden. Letztlich sollte die finale Abstimmung erst heute sein, wurde aber auf gestern vorverlegt.

 

Details von "Sailing Illustrated" (Tom Ehman) sind hier

 

 

© WS

15.05.2018 11:35 Alter: 253 days