Kieler Woche (Teil II, Olymp. Kl. + 420er + J/70 + Melges 24, 20.-24.06.)

Deutsche WM-Ausscheidung u.a. für die 470er-Segler Simon Diesch/Philipp Autenrieth (GER-11, WYC/BYC) und die 49er-Segler Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (GER-22, BYC)...


„Wir freuen uns, dass der Deutsche Segler-Verband die Qualifikation in der Kieler Woche aussegelt. Es zeigt den engen Schulterschluss zwischen Kiel und dem DSV“, so Dirk Ramhorst.

Seit dem Aufkommen des 49er FX ist die olympische Frauen-Skiffklasse in Deutschland stark besetzt. Mit den Olympia-Neunten von Rio, Victoria Jurczok/Anika Lorenz (VSaW/Berlin), und den amtierenden Europameisterinnen Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee YC/Kiel) ist der DSV-Olympiakader sogar gleich doppelt top besetzt. Spannung verspricht der deutsche Ausscheidungskampf um die WM-Startplätze drei und vier.

Doch zunächst geht es um den Kieler-Woche-Sieg. Die Konkurrenz um den Titel ist stärker als in den Vorjahren. „Das Feld wird besser besetzt sein als zur EM. Viele fahren die Kieler Woche mit und reisen dann weiter nach Aarhus, wo Anfang August die WM stattfindet. Wir haben dieses Jahr eine Kieler Woche, die genauso stark ist wie die WM“, blickt Susann Beucke auf die Kieler-Woche-Regatten. Schon zweimal konnten Lutz/Beucke die Kieler Woche gewinnen. Folgt jetzt der dritte Sieg? „Der wäre natürlich genial, vor allem zu Hause! Es ist immer toll, die Kieler Woche zu gewinnen. Der mediale Fokus ist sehr hoch, und dann macht’s natürlich doppelt Spaß, ganz oben zu stehen“, so die Stranderin.

Für die internationale Standortbestimmung in dieser Klasse sorgen die Silbermedaillen-Gewinnerinnen von Rio und Dritten der Weltmeisterschaft, Alex Maloney/Molly Meech (Neuseeland), und die Siebenten der Spiele, Annemiek Bekkering/Annette Duetz (Niederlande). Der Fahrplan von Lutz/Beucke steht: Kieler Woche gewinnen, in Aarhus das Nationenticket für Enoshima (Japan/acht von 21 werden vergeben) sichern, und dann die deutsche Ausscheidung gegen Jurczok/Lorenz gewinnen, um im dritten Anlauf zu den Olympischen Spielen zu fahren. Alle anderen Erfolge wären ein I-Tüpfelchen extra.

Bei den 49er Männern sind die Bronze-Medaillen-Gewinner von Rio, Erik Heil/Thomas Plößel (NRV), die Nummer Eins in Deutschland. Und zusammen mit ihren Trainingspartnern und Freunden Justus Schmidt/Max Boehme (KYC/Kiel) bilden sie ein perfektes Quartett, das für Aarhus gesetzt ist. Leider verhindert das Studium die volle Konzentration auf die Olympiakampagne bei Justus Schmidt und Max Boehme. Eine wichtige Klausur im Rahmen des Medizinstudiums in Polen verhindert den Start von Max Boehme. Doch da insgesamt fünf deutsche 49er in Aarhus starten dürfen, sollten die beiden Olympia-Kader-Crews dabei sein. Um die WM-Plätze drei bis fünf kämpft der deutsche Nachwuchs.

In Kiel zählen die Olympia-Vierten  Jonas Warrer/Christian Peter Lübeck (Dänemark), die Siebenten Yago und Klaus Lange (Argentinien) sowie die Zehnten Ryan Seaton/Matt McGrovern (Irland) zu den Favoriten. Insgesamt 89 Crews aus 27 Nationen starten vor Kiel.

Ihren Erfolg wiederholen möchten Frederike Loewe und Anna Markfort (Kiel) im 470er (w). Die beiden 24-Jährigen holten im Vorjahr Kieler Gold in der olympischen Zweipersonen-Klasse. Mit einem Sieg in Kiel wäre das Ticket für die Sailing Worlds in Aarhus gesichert. Insgesamt dürfen vier deutsche Frauencrews vor Aarhus starten, um vielleicht schon in Dänemark eines der acht (von 21) Nationen-Tickets zu sichern. Im Vorjahr hatten die Pharmaziestudentin und ihre Vorschoterin, die nach dem Studium nun Sportsoldatin ist, den Bug vorn. Und bei der EM vor wenigen Tagen lagen sie vor Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß  (DTYC/wohnhaft Kiel). Mit EM-Silber und -Bronze setzten die deutschen Crews aus dem DSV-Perspektivkader ein deutliches Zeichen.

Auch bei den 470er (m) stehen die Zeichen auf Olympiateilnahme 2020. Und auch hier werden bei den Worlds in Aarhus acht der 19 Nationen-Tickets für Japan vergeben. Mit Simon Diesch/Philipp Autenrieth (Württembergischer YC/Bayerischer YC) sowie den frisch gekürten EM-Bronzemedaillengewinnern Malte Winkel/Matti Cipra (Schweriner Yacht-Club/Plauer Wassersport Verein) sind zwei Favoriten für die WM-Ausscheidung vor Kiel schnell gefunden.

Dabei können sich die deutschen Spitzensegler auf eine heiße Konkurrenz einstellen. Kein Geringerer als der Silbermedaillengewinner von Rio und mehrfache Weltmeister Mathew Belcher ist mit seinem Vorschoter Will Ryan (Australien) schon fast traditionell am Start. Zudem haben die Viertplatzierten bei den Olympischen Spielen, Stuart MacNay/David Hughes (USA), sowie die frisch gekürten Europameister und Olympia-Sechsten Anton Dahlberg/Fredrik Bergström (Schweden) gemeldet. Insgesamt 55 Crews aus 20 Nationen starten in Kiel.

Im Nacra17 werden drei, im Laser Standard vier, im Finn fünf und im Laser Radial sechs WM-Tickets nach der Kieler Woche vergeben. Im Laser St. ist der WM-Vierte und Olympia-Teilnehmer Philipp Buhl (Sonthofen) gesetzt. In Kiel kann sich Buhl mit dem Kroaten Tonci Stipanovic (Silber in Rio) und 129 weiteren Konkurrenten messen.

Im Finn sind sicherlich Max Salminen (Schweden/Olympia-Sechster) und der frisch gekürte Europameister Edward Wright (GBR) das Maß der Dinge, an dem sich die deutschen Phillip Kasüske und Max Kohlhoff (beide wohnhaft in Kiel) messen lassen müssen.

Im Laser Radial ist Svenja Wegner Deutschlands Nummer Eins. Die Europameisterin von 2014 hat allerdings eine Reihe deutscher Talente im Rücken. International zählen die Olympia-Dritte Anna-Marie Rindom (Dänemark) und die Vize-Europameisterin Maxime Jonker (Niederlande) bei der Kieler Woche zu den stärksten Konkurrentinnen.

In der Nacra17 kämpfen Johannes Polgar/Carolina Werner (Audi e-tron-Team) und Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) um die Vorherrschaft in Deutschland. Das gemeinsame Ziel: in Aarhus das Nationenticket für die Spiele in Japan sichern.

In Kiel dürften sich die beiden Crews sicher für Aarhus qualifizieren. Im internationalen Vergleich sind die Olympia-Zweiten Jason Waterhouse/Lisa Darmanin (Australien), der Olympia-Dritte Thomas Zajac aus Österreich mit seiner neuen Vorschoterin Barbara Matz und die neuseeländischen Olympia-Vierten Jason Saunders/Gemma Jonas die Messlatte. Auch Nathan Outteridge (Australien) ist bei der Kieler Woche am Start. Der sechsfache Weltmeister (Motte und 49er, Goldmedaillengewinner von London und Silber in Rio) wechselt allerdings vom Skiff auf den foilenden Kat. Zusammen mit seiner jüngeren Schwester Haylee misst sich der Ausnahmesegler mit 44 Crews aus 19 Nationen.

Die Meldelisten sind hier


Details sind hier

 

 

 

Simon Diesch/Philipp Autenrieth © Kieler Woche 2017-www.segel-bilder.de

Tina Lutz/Susann Beucke 2017 © www.segel-bilder.de

14.06.2018 12:12 Alter: 222 days