Melges24: 30 Teams aus zehn Nationen beim Saison-Auftakt in Portoroz


 Vorreiter einer ganzen Generation von Fun- oder Rüsselbooten ist die 1992 von Buddy Melges entwickelte Melges-24. Beweglicher Ballast in Form der Mannschaft (in der Regel fünf Personen, Gewichtslimit bei 375 Kilogramm) und ein überdimensionierter Gennaker an einem ausfahrbaren Bugspriet sorgen für Speed und Action an Bord.

Buddy Melges ging damals keine Kompromisse ein - und das merkt man heute noch. Das Boot wurde oft kopiert, doch nie erreicht. Eine aktive Regattaszene weltweit und auch in Europa spricht Bände. In Deutschland gibt es etwa 80 Melges-24 (7.5 Meter lang, 809 Kilogramm schwer). Ein Drittel davon ist der Klassenvereinigung organisiert, deutlich mehr nehmen im ganzen Land an Yardstick-Regatten teil (YST-Zahl 90). Besonders beliebt ist aber die „European Sailing Series“, zu der jeweils fünf bis sechs Events in Südeuropa zählen. Denn Melges-Segeln ist nichts für Wasserscheue - und so bevorzugt die Klasse Warmwasser-Reviere.

Achtbare Erfolge erzielten zwei deutsche Boote in der vergangenen Saison: Die „White Room“ GER 677 erreichte in der europäischen Jahreswertung 2018 als bestes deutsches Boot Rang drei, die „Musto Racing“ GER 803 holt sich in Comaso den Sieg.

 

Für die Saison 2019 stehen fünf Events auf dem Terminplan der Melges 24 European Sailing Series:

4. - 7. April: Portoroz, Adria, Slowenien

3. - 5. Mai: Malcesine, Gardasee, Italien

7. - 9. Juni: Riva del Garda, Gardasee, Italien

19. - 21. Juli: Scarlino, Tyrrhenisches Meer, Italien

5. - 12. Oktober: Villasimius, Sardinien, Italien (Weltmeisterschaft)

 

Beim ersten Event der Saison 2019 am ersten April-Wochenende waren 30 Teams aus zehn Nationen nach Portoroz (Slowenien) gekommen. Bei durchwachsenem Wetter konnten fünf Wettfahrten bei leichten bis mittleren Winden gesegelt werden. „Herausragend war, dass zwei deutsche Boote trotz so starker Konkurrenz je einen Tagessieg holen konnten“, freut sich der deutsche Klassen-Chef Michael Tarabochia (Tutzing, DTYC/YCL). Seine „White Room“ steuerte Sohn Luis auf Rang sieben, Oliver Oczycz (Bayerischer YC) lenkte die „Musto Racing“ auf Rang neun (Crew: Kicker Schäfer, Eddy Eich, Dr. Walter Rothlauf und Max Hibler). Beiden Teams machte vor allem der erste Tag zu schaffen: Die Musto-Crew bekam eine Disqualifikation, weil sie sich beim Start nicht freigehalten habe, die Tutzinger mussten wegen angeblichen Pumpens zwei Strafdrehungen segeln und verloren dabei fünf Plätze. An den beiden folgenden Tagen trumpften sie dann mit den Laufsiegen auf. Erfreulich auch: Mit der Crew von Dieter und Moritz Mössnang (Diessner SC) wurde ein neues Team bei der Melges-Serie gesichtet. Weiter waren die „Phonobloc“ mit Thomas Beck (SCCF, Platz 20) und die „Arteria“ von Jürgen Fuchs (BYC, Platz 25) in Slowenien dabei.



 

Die vollständige Ergebnisliste ist hier

 

 

 

GER 677 "White Room" © Andrea Carloni/IM24CA

GER 677 "White Room" © Andrea Carloni/IM24CA

GER 803 "Musto Racing" © Andrea Carloni/IM24CA

GER 803 "Musto Racing" © Andrea Carloni/IM24C

10.04.2019 12:09 Alter: 96 days