Fastnet Race 2019: Bericht von C.-P. Forster (BYC)

 

Die ersten Einrümpfer erreichten das Ziel des Fastnet Race in Plymouth a, 5. August nach ca. 1 Tag 20 Std. 'Rambler88' (USA, George David) vor der 20 Fuß längere 'Scallywag' (AUS, David Witt). Auf Rang 3 folgte die VOR70 'Wizard' (USA, VOR-Skipper Charlie Enright), die auch nach berechneter Zeit siegte

Open 60: Hier gewann 'Charal' (FRA, Jérémy Béyou), die hinter ‚Wizard‘ einlief. ‘Malizia‘ (GER-NRV/BYC, Boris Herrmann) erreichte zu zweit nur Rang 13, während Robert Stanjek mit 6-köpfiger Besatzung auf seiner ‚Einstein‘ 16. wurde.

IRC: Carl-Peter Forster (BYC) als Skipper von "Inschallah VI" (Crew u.a. mit Momo Forster, Friedrich und Oda Haussnann) ist auf dem Rückweg bei Lands End und lief am 6. August am Abend ein

 

Hier sein Bericht: An Bord war die alte „Inschallah“- Crew, die auch in Erinnerung an frühere Fahrten mit dem schwer erkrankten Eigner Volker Andreae (NRV) das „Fastnet-Race“ noch mal machen wollte. Wir wurden verstärkt durch Friedrich und Oda Haussmann (VSaW) von „Uijuijui,“ die sich Ihren Mast abgesegelt hatten und daher nicht mit eigenem Boot mitfahren konnten. Oda Haussmann ist gerade erst zusammen mit Sophie Steinlein (BYC) im 420er 7. bei der WM in Vilamoura/Portugal geworden. Die Crew passte prima zusammen.

 

Das Rennen begann mit leichtem achterlichen Wind und mitlaufend Wasser, was bedeutet, dass man aufpassen muss nicht über die Startlinie gedrückt zu werden. Entsprechend starteten die meisten konservativ.

Der Strom schob uns in 90 Minuten aus dem Solent heraus. Ab da ging es unter Gennaker mit gutem Wind nach Südwesten, einer neuen Front und einem großen Winddreher entgegen. Der kam auch prompt mit einem Intervall von ca. 2 Stunden Flaute. Der neue Wind frischte permanent auf - als wir am Sonntag-Nachmittag bei Lands End waren, waren es schon an die 20 Knoten.

 

Und so ging es in die irische See, die zunehmend unangenehm bockig war. Es war auf der ganzen Strecke zum „Rock“ - Gott sei Dank - ein geschrickter Amwind-Kurs. Hoch am Wind wäre noch mühsamer gewesen.

 

Auf der Toilette konnte man sich nicht mehr halten - daraufhin schränkten alle ihre Nahrungsaufnahme massiv ein und es wurde wenig getrunken. Die ersten Seekrankheitsausfälle traten auf.....

 

Und so ging es 20 Stunden dahin. Am „Rock“ hatten wir Sonne, die Stimmung heiterte massiv auf. Ab den „Rock“ ging es immer noch mit 5-6 Beaufort achterlichem Wind zurück. Wieder eine lange Nacht, aber nicht mehr so schlimm.

 

Bei den Scillies brach der Tag an, die Sonne brach durch und wir rauschten unter Gennaker bei bis zu 28 Konten dahin. Die 28 Knoten taten allerdings unserem Gennaker nicht gut und er verabschiedete sich. Das bedeutete eine Stunde umbauen auf Spinnaker, der uns bis ins Ziel trug. Ankunft in Plymouth nach 82 Stunden auf einem Mittelplatz in unserer Klasse. Der kam uns dann allerdings abhanden, nachdem wir eine 20% Zeitstrafe fürs Abschneiden an einer virtuellen Marke aufgebrummt bekamen.

 

Alle gaben sich auf dem Weg zum „Rock“ gefragt zu haben: ‚Wieso macht man da überhaupt mit ?‘ Aber in der Nachschau war es ein fulminantes Abenteuer - und alle würde es wieder machen.

 

 

Die Event-Website ist hier

© Rolex-Kurt Arrigo

13.08.2019 13:28 Alter: 5 days