GER-11: Bilanz nach sechs Wochen Fernost

 

 

Sechs Wochen war das 470er Team GER 11 –  Simon Diesch (WYC Friedrichshafen) und Philipp Autenrieth (Bayerischer Yacht-Club) – am Stück in Japan: Weltmeisterschaft (Platz 16), Olympisches Test-Event (Platz 14) und am Schluss der World Cup (Platz 6). Alle drei Regatten waren in Enoshima, dem olympischen Revier der Spiele von 2020 (und auch 1964).

Dabei waren sie jedesmal bestes deutsches Team bei den 470er-Herren.

 

Inzwischen sind sie wieder zuhause, können sich von dem Fernost-Trip erholen. „Für uns war das der bisher intensivste und längste Wettkampf-Block. Insgesamt sind wir sehr zufrieden, was wir gelernt und erreicht haben“, resümierte Philipp Autenrieth. „Klar, die Nationen-Quali fehlt“, schränkte er ein - aber da sind die beiden zuversichtlich, dass sie den fehlenden Startplatz beim World Cup im April 2020 in Genua, wenn es noch ein Ticket für Europa zu holen gibt, ersegeln werden.

Die beiden ersten Events wurden bei durchwegs leichten Winden gesegelt. „Der Schwell und die Windwelle waren ungewohnt, da fehlte uns noch die Erfahrung. Aber am Schluss haben wir uns da enorm verbessert“, so Autenrieth.

In den World Cup starteten sie jedoch gleich mit einem Streicher - nicht zum ersten Mal. „Wir waren an der Luvtonne noch als Zwölfte oder 13., sind dann einen Leebogen gefahren. Das war der Killer, wir haben 14 Boote verloren. Ein taktischer Fehler“, analysierte Autenrieth.

Doch dann kam der Wind. Bei rund 20 Knoten segelten die beiden fast so gut wie die Weltmeister. Mit der Serie 2-4-4 schossen sie bis auf Rang drei nach oben. Über die nächsten beiden Tage konnten sie dieses Niveau nicht ganz halten, gingen aber nach zehn Rennen als Sechste ins Medal Race der besten zehn Teams. Da waren nur rund vier Knoten „Wind“. 

„Wir mussten vor dem Start noch kringeln, kamen daher als Letzte an die Luvtonne und haben dann aber noch aufgeholt. Es geht also auch bei leichtem Wind“, so der (noch) 28-jährige Augsburger.

Als Sechste kamen sie ins Ziel, direkt hinter Belcher/Ryan - den Siegern bei allen drei Events. Insgesamt blieb es auch bei Rang sechs für die süddeutsche Crew.

 

Platz 18 in der Weltrangliste

Sechste waren Diesch/Autenrieth auch beim World-Cup-Finale im Juni. Platz sechs beim World-Cup in Enoshima ist eines ihrer besten Ergebnisse, insgesamt haben sie sich sehr verbessert. Doch die anderen sind auch nicht auf der Brennsuppn dauergeschwommen und so stehen sie unverändert auf Rang 18 (Winkel/Cipra stehen nur noch auf 25) in der neuen Weltrangliste – auch wenn die keiner verstehen kann. Transparenz ist was anderes, das muss dem Weltseglerverband hier einmal mehr angekreidet werden. Denn da stehen Ergebnisse in der Liste, die mehr Punkte bringen als andere Events, aber nicht in die Summenbildung übernommen werden …

vg

Diesch/Autenrieth © privat

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10.09.2019 10:25 Alter: 9 days