470er WM, Tag 5: „It’s never over“

 

Mal knapp über, mal knapp unter acht Knoten Wind - und damit ging „Oscar“, die Flagge fürs Pumpen, munter rauf und runter. Drehender Wind, diesmal aus nordwestlichen Richtungen, ermöglichten die beiden Rennen 10 und 11 bei der Weltmeisterschaft 2021 der 470er in Vilamoura (Portugal).

Pedro Andrade kommentierte wiederum die Rennen und haute einen Merksatz nach dem anderen raus. Denn vor dem Start der Herren-Gruppe sah wohl die linke Seite besser aus. Mit dem Start aber kippte der Wind nach rechts - also ging es auf der rechten Seite besser. „It’s never over“ - es ist nie vorbei, so spornte er mehr oder weniger virtuell diejenigen an, die links gestartet waren. Oder diejenigen, die bis zum Start in der Gesamtwertung vorne lagen - und nun irgendwo im Mittelfeld herumkreuzten. „Things can change“, weiß jeder Segler  - jeder Dreher mischt das Feld neu auf. „Really hard to make a decision here“, war sich Andrade auch nicht sicher, wo der nächste Wind kommt oder wo er weniger wird. Denn Andrade ist eine der maßgeblichen Personen, die das Vilamoura Sailing Center aufgebaut haben und pushen - als Wintertrainings-Revier für die Drachen oder auch als Regattarevier für Jollen. Und vor allem war er mit Herz und Seele bei seinen Landsleuten, genauso wie bei denen, die noch um das Olympia-Ticket kämpften. Sie alle würden unter einem hohen Druck stehen - aber diesen Druck muss man mögen, Freude daran haben, dann gelingen die schwierigsten Dinge.

 

Das jedoch kam erst im elften Rennen bei Simon Diesch und Philipp Autenrieth (WYC/BYC) an. Mit einem zweiten Platz zeigen sie ihre Klasse. Doch im Lauf zuvor segelten sie mit Platz 26 den ungefähr fünften Streicher. Immerhin gelang ihnen zum Schluss der Woche eine Überraschung: Sie landeten mit Rang 15 doch noch vor Malte Winkel und Matti Cipra (Plau/Schwerin), die am Freitag mit 15 und 23 auch keine Bäume ausgerissen haben. Beide GER-Teams waren beim Start im Rennen 10 (s.o.) auf der linke Seite. Diesch/Autenrieth wendeten zwar früher nach rechts, hatten aber beim Start schon zuviel an Speed verloren.

Bei den Herren an der Spitze weiter die Schweden Anton Dahlberg und Frederik Bergström mit den Plätzen 6 und 10 am Freitag. Sie haben nun elf Zähler Vorsprung vor den Lokalmatadoren Diogo und Pedro Costa (POR), die mit den Plätzen 10 und 14 Boden verloren. Auf Rang drei liegen unverändert Jordi Xammar und Nicolas Rodriguez aus Spanien, Vizeweltmeister von 2019. Sie segelten die Plätze 23 und 1 … was sagte Pedro vorher?

 

Die Portugiesen liegen damit im Kampf um das verbleibende europäische Nationen-Ticket für Olympia vorne, gefolgt von RYF (ex RUS) und HUN. Die Schweizer Kilian Wagen und Gregoire Siegwart trumpften in Race 10 mit Platz zwei auf, doch dann wagten sie zuviel und kickten sich mit einem Frühstart aus dem Medal Race heraus. Rang 14 im Endergebnis für die Eidgenossen, die auch um das Nationenticket gekämpft haben. Abgeschlagen auch die Österreicher auf den Rängen 20 (Kampelmühler/Czajka) und 21 (Bargehr/Mähr).

 

 

Bei den Damen dachten sich auch Theres Dahnke und Birte Winkel (PWV/SYC) „It’s never over“ und eroberten mit den Plätzen 8 und 4 insgesamt Rang acht - die „Pole Position“ im Kampf um das deutsche Olympia-Ticket. Einen Punkt mehr haben Luise Wanser/Anastasiya Winkel (NRV, am Freitag 22 und 8). Beide gehen am Samstag ins Medal Race. Wer vor den anderen ist, fährt nach Tokyo. Es darf gematcht werden … Birte ist übrigens die Schwester von Malte und Anastasiya seine Frau. Alles klar? Malte hat zwei Daumen zum Drücken. ;-))

 

vg

 

 

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WM 2021 in Vilamoura-Fleet © Vilamoura Sailing TV-Screenshot

12.03.2021 22:12 Alter: 31 days